Die auszubildenden Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten der Klasse 12 RA 01 machten am 30. April ihre Abschlussfahrt mit ihrem Klassenlehrer, Herrn Groß, nach Frankfurt. Dort besuchten sie zum zweiten Mal das Kriminalmuseum, das im Gebäude des Polizeipräsidiums untergebracht ist.
Die Anfänge des Kriminalmuseums gehen zurück in die 1920er Jahre. Als „Lehrmittelsammlung zur Fort- und Ausbildung von Polizisten“ eingerichtet, sieht man heute Asservate und Aufzeichnungen der spektakulärsten Verbrechen der Frankfurter Polizeigeschichte – ausgestellt in 30 Vitrinen. Nichts für schwache Nerven!
Über Tresoraufbrüche und Produktfälschungen erfährt man im Kriminalmuseum ebenso viel wie über Drogen-, Sexual- und Tötungsdelikte.
Zu den bekanntesten Kriminalfällen der Mainmetropole gehört sicher der Fall „Rosemarie Nitribitt“. Die Edelprostituierte wurde im Anfang November 1957 in ihrer Wohnung in unmittelbarer Nähe des Eschenheimer Turmes tot aufgefunden. Der Mordfall konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.
Anders war das im Fall des „Hammermörders“, der 1990 innerhalb von vier Monaten gezielt sechs Obdachlose ermordete und zwei weitere lebensgefährlich verletzte. Er konnte schnell ermittelt und festgenommen werden, erhängte sich aber noch vor Beginn des Gerichtsprozesses in seiner Zelle.
Im August 1994 sorgte ein grausiges Verbrechen im „Kettenhofweg“ für Aufsehen: In einem Privatbordell fand die Polizei sechs Leichen. Das Betreiber-Ehepaar sowie vier dort beschäftigte Damen wurden mit einem Stromkabel erdrosselt. Als Täter konnten eine ehemalige dort arbeitende Prostituierte und ihr Ehemann ermittelt werden.
Neu in der Sammlung ist der original erhaltende „Tatort“ eines weiteren Mordfalls: ein herunter gekommener Campingwagen, der von seinem ursprünglichen Tatort im Frankfurter Ostend in das Kriminalmuseum gebracht und dort wieder aufgebaut wurde. In diesem Campingwagen wurde Ende Dezember 2021 eine obdachlose Frau Opfer eines Sexualtäters, der zwei Monate nach der Tat festgenommen werden konnte.
Die Führung durch einen pensionierten Kriminalbeamten, der in seiner langen Dienstzeit in vielen Bereichen der Kripo gearbeitet und bei einigen der angesprochenen Fälle selbst mit ermittelt hat, war sehr authentisch.



