Am Donnerstag, den 25. Juni, besuchte Emmanuel Ifeanyi Nweke vom Grenzenlos World University Service Deutsches Komitee e.V. unsere Klasse 11GK01 in der KSM im Fach Politik und Wirtschaft. Er hielt einen spannenden Vortrag zum Thema „Inclusion and Health Inequalities in the Everyday Lives of People with Visual Impairments“.

Zu Beginn stellte Herr Nweke den Schülerinnen und Schülern sein Heimatland Nigeria vor.

Dabei sprach er über die Geografie, die Bevölkerung, die kulturelle Vielfalt, die zahlreichen Sprachen und das Alltagsleben in Nigeria.

Durch diesen persönlichen Einstieg gelang es ihm, schnell einen Bezug zu seiner Lebenswelt herzustellen und das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken.

Anschließend wurden die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten aktiv mit und setzten sich mit verschiedenen Entwicklungszielen auseinander. Dadurch wurde deutlich, wie globale Herausforderungen mit dem Alltag vieler Menschen verbunden sind.

In seiner schülerorientierten Präsentation vermittelte Herr Nweke auf anschauliche Weise, mit welchen Herausforderungen Menschen mit Sehbehinderungen im Alltag konfrontiert sind. Dabei wurde deutlich, dass gesundheitliche Ungleichheiten häufig durch fehlende Barrierefreiheit, mangelndes Wissen sowie diskriminierende Einstellungen entstehen können. Zudem zeigte er auf, dass viele Gesundheitseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen nicht ausreichend zugänglich sind.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Verständnis von Behinderung. Die Schülerinnen und Schüler lernten das sogenannte soziale Modell von Behinderung kennen, das gesellschaftliche Barrieren und Ausgrenzung als zentrale Ursachen für Benachteiligungen betrachtet. Dabei wurden verschiedene Hindernisse wie Umweltbedingungen, Vorurteile, organisatorische Hürden oder ungleiche Bildungschancen thematisiert.

Besonders interessant war die Auseinandersetzung mit verbreiteten Vorurteilen gegenüber Menschen mit Sehbehinderungen. Gemeinsam wurde hinterfragt, ob blinde Menschen ein „sechstes Sinnesorgan“ besitzen, keine Technologie nutzen können oder kein selbstständiges Leben führen können. Die Präsentation machte deutlich, dass solche Annahmen oft auf Missverständnissen beruhen und dass Sehbehinderungen Menschen jeden Alters betreffen können

Die Schülerinnen und Schüler wurden aktiv in den Vortrag einbezogen. Sie entwickelten eigene Ideen und Poster, um Lösungen für mehr Inklusion und den Abbau von gesundheitlichen Ungleichheiten zu erarbeiten.

Anschließend präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse und diskutierten gemeinsam über Möglichkeiten, Diskriminierung abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern

Der Besuch von Herrn Nweke war für die Schulgemeinschaft eine große Bereicherung. Durch die abwechslungsreiche, anschauliche und schülernahe Gestaltung des Vortrags erhielten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Einblicke in die Lebensrealität von Menschen mit Sehbehinderungen und wurden dazu angeregt, über Inklusion, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken.