Bericht zur Kanutour
Seit Beginn des letzten Schuljahres 2002/2003 besteht der Sportunterricht es Beruflichen Gymnasiums an unserer Schule aus verschiedenen Aufgabenfeldern. In dem von Herrn Tüns geleiteten Aufgabenfeld „Rollen & Gleiten“ stand in diesem Halbjahr neben Einradfahren und dem Erproben anderer zwei- und vierrädriger Gerätschaften auch Wasserski und Kanufahren auf dem Plan. Letzteres fand am 14. Juni 2003 statt.
Wird nun der Eindruck vermittelt, dass wir völlig aufopferungsvoll den Samstag für den Schulsport hergeben, sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnt werden, dass stattdessen der Rest der Sportstunden bis zu den Sommerferien ausfällt. Klar, dass sich dabei der Kurs äußerst kompromissbereit zeigte. Da unsereins einen recht vollen Terminplan hat, gab es die Möglichkeit für jeden zwischen zwei Terminen zu wählen. Die meisten bevorzugten den Vormittag zum Fahren. Selbst aus den anderen Sportkursen fand manch einer den Weg um 08:30 Uhr zum Rosenpark, wo die Tour starten sollte.
Das Wetter schien recht vielversprechend zu werden und so trafen die meisten Schüler pünktlich an dem vereinbarten Treffpunkt ein. Frau Meyer, Herr Dierich und Herr Tüns warteten auch schon voller Vorfreude an den Kanus.
Nachdem endlich ein geeigneter Stellplatz für den Anhänger am Rand des an der Lahn vorbeiführenden Fahrradweges gefunden und die Kanus und Kajaks abgeladen waren, konnte das feucht fröhliche Abenteuer beginnen. Anfangs sträubten sich zwar noch einige, die leicht schimmeligen Schwimmwesten anzuziehen, doch das legte sich nachdem die ersten Schüler bereits die Lahn erkundeten. Im Grunde genommen war jeder darauf bedacht die Fahrt trotz des schönen Sommerwetters und der Schwimmwesten trockenen Fußes zu beenden, doch Frau Meyer schien das feucht fröhliche Abenteuer etwas zu wörtlich genommen zu haben. Oder war der „Ausflug per pedes“ ins Wasser, bei dem Versuch in das Kanu einzusteigen, etwa ein Ausrutscher? Wie dem auch sei, so wie die Fahrt begann endete sie schließlich auch, nur mit einer anderen unfreiwilligen Probandin.
Zum Eingewöhnen durfte erst einmal ein wenig Flussauf- und abwärts „gepaddelt“ werden. Herr Tüns nutzte dies natürlich sogleich um das Erlebnis für die Nachwelt festzuhalten.
Aber dann konnte es endlich los gehen, und alle versuchten auf dem Weg flussabwärts in Richtung Bootsverleih mehr einen Profi als einen Laien zu mimen. Bedingt durch ein paar leichte Kollisionen und mehrmaliges Abtriften, was jedoch sowohl von Schülern als auch Lehrern mit viel Humor genommen wurde, dauerte die Hinfahrt etwas länger als der Weg zurück. Selbst das Grüßen unbekannter Radfahrer und Fußgänger am Rande der Lahn trug zur weiteren Belustigung bei. Am Bootsverleih angekommen, bestand die Möglichkeit auf der anderen Seite des Flusses sein Können im Kajak zu erproben, oder sich bei Essen und Trinken zu unterhalten und die zahlreichen Enten zu füttern. Nachdem sich dann noch einige Schüler morgens um 11:00 Uhr einen Döner einverleibt hatten, wurde gegen 11:30 Uhr der Rückweg „angetreten“, der sich insbesondere für die dreiköpfige Gruppe mit Frau Meyer als etwas schwerer erwies, da sie die Ehre hatten statt der gewöhnlichen zwei Paddel, für Vorder- und Hintermann, mit nur einem einzigen Paddel und den Handinnenflächen flussaufwärts zu schippern. Schuld daran hatte eine Gruppe die nicht bemerkte, dass das herrenlose Paddel in ihrem Kanu vielleicht noch einen Besitzer benötigt. Doch der grenzenlosen Güte von Herrn Tüns, der mit all seiner Muskelkraft in seinem Kajak von einem zum anderen Kanu „ruderte“, war es zu verdanken, dass die letzten 500 Meter auch für die Gruppe mit Frau Meyer ein weniger anstrengendes Ende nahmen.
An unserem Ausgangspunkt angelangt trat die erste Gruppe gegen 12:30 Uhr den Heimweg an und die Lehrer überbrückten das Warten auf die nachfolgenden Schüler mit einem Kaffee im Rosenpark. Der zweiten Gruppe hat das Kanufahren wohl ebenso viel Freude bereitet wie uns auch!
Angélique Fischer, Klasse 11 BG 03
Sportunterricht
einmal anders - Kanu fahren auf der Lahn
Fotos: privat