Studienfahrt der 11 IT 01 nach München 2004 -
Ozapft is


Am Anfang … da war der Traum von einer Klassenfahrt irgendwo ins Blaue. Dann wurde entschieden, dass wir in die Metropole München fahren würden, und schließlich hatten wir die Planung derselbigen an der Backe. Wir planten, wie wir noch nie zuvor geplant hatten. Es fielen Worte wie Flugzeug und ICE, doch letztendlich fuhren wir inklusive unserer Lehrer Marcus Ghiai und Dietmar Warwel doch mit dem Bus … nach München.

Ach ja, der Bus … Das Busunternehmen nannte sich Kappi-Tulius. Wie sich herausstellen sollte, war Vertrauen nicht wirklich das, was wir empfinden sollten, als wir den Namen Kappi-Tulius das erste Mal vernahmen.

Mit etwas Verspätung fuhren wir los ... 

Nach mehreren Stunden (wir verloren jegliches Zeitgefühl) erreichten wir München. Unser erster Stop war das „DEUTSCHE MUSEUM“. Zwei Stunden waren nicht wirklich viel Zeit, um sich im Deutschen Museum umzuschauen, da es um 17:00 Uhr bereits wieder schloss, doch einige von uns gelangten an wirklich imposante Stellen, wie z. B. das Dach des Museums.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tiefe Einblicke in die Technik des letzten Jahrhunderts blieben uns ebenso wenig verwehrt, wie das verblüffte Bestaunen eines asiatischen Eingabegerätes für asiatische Schriftzeichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Besuch im Deutschen Museum wurden wir zu unserer Unterkunft gebracht, welche natürlich in München zu finden war … zumindest fast. Sie lag etwa 28 km östlich von München in einem kleinen Ort namens Forstinning.

Den Abend verbrachten einige mit Speis und Trank in einer Gaststätte in der Nähe unserer Unterkunft, und wiederum andere besuchten die Gaststätten Münchens, um das kulturelle Leben im Herzen Bayerns näher kennen zu lernen.

Am Morgen des darauf folgenden Tages stand eine Stadtbesichtigung mit dem Bus auf dem Programm. Wir erfuhren Vieles über die uralten Geschichten, die viele der Gebäude zu erzählen hatten. Man erzählte uns von verschiedenen Größen der Vergangenheit, die Münchens Geschichte geprägt hatten. Erzählungen über die Thronfolge und Streit unter den Blaublütern erweckten ebenso unsere Aufmerksamkeit, wie die imposanten architektonischen Leistungen, die uns dargeboten wurden.

 

BMW-Zentrum

Die Stadt, die wir eigentlich nur mit Weißbier, Weißwurst, Bretzeln und süßem Senf in Verbindung gebracht hatten, entpuppte sich vor unseren Augen als ein uraltes kulturelles Zentrum für jeden, der Rang und Namen hatte.

Schloss Nymphenburg

 

Das Siegestor

Anschließend hatten wir einige Zeit, um uns im Stadtzentrum umzuschauen. Wir schlenderten über den Marienplatz vorbei an Boutiquen deren Ausstellungsstücke wohl selbst das Monatsgehalt der meisten unserer Eltern übertroffen hat und gingen schließlich zum Mittagessen über, um uns eine letzte Stärkung vor dem harten Nachmittag zu gönnen.

 

Marienplatz

Am Donnertagnachmittag widmeten wir unsere Aufmerksamkeit den freundlichen Mitarbeitern des Unternehmens MSC Software GmbH, die uns tiefe Einblicke in ihre tägliche Arbeit und ihre Projekte gewährten. Zum Abschluss durften wir schließlich ihren bemerkenswerten Serverraum inspizieren, wo uns einer der Administratoren mit Informationen zu den unterschiedlichsten Systemen zur Seite stand. Unter den Gerätschaften waren zum Teil sehr ausgefallene Systeme zu begutachten. Es erfordert eine beachtliche Leistung die diversen Simulationen, an denen die Firma arbeitet, durchzuführen. MSC Software entwickelt Programme mit deren Hilfe mechanische Vorgänge simuliert werden können. Solche Software wird zum Beispiel in der Automobilindustrie eingesetzt, um die bestmögliche Zusammensetzung von mechanischen Bauteilen zu gewährleisten, indem man mittels dieser Simulationen mechanische Bewegungsabläufe genauestens untersuchen kann. 

Vor dem MSC-Geschäftssitz

Völlig beeindruckt von den Simulationen und der Serverlandschaft des internationalen Unternehmens MSC Software GmbH gingen wir über zu angeregten Diskussionen bei Speis und Trank, und ließen so den Tag ausklingen.

 

Am Freitagmorgen packten wir unsere sieben Sachen, denn es war bereits der letzte Tag unseres Ausflugs nach München. Wir frühstückten und luden den Bus voll mit unserem Gepäck. Anschließend fuhren wir zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau.

Dort wartete bereits eine sehr nette Frau mittleren Alters mit unendlich vielen Informationen und erschreckenden Fakten auf uns. Wir machten einen großen Rundgang über das riesige Gelände des Lagers und lauschten dabei entsetzt den Details, die uns geschildert wurden. Der unglaubliche Fanatismus der Vergangenheit schien uns schier einzuholen, und wir fanden uns schließlich im Dachau der 40er Jahre umgeben von Zehntausenden Strafgefangenen wieder. Demütig lauschten wir den Verbrechen unserer Vorfahren. Unfassbares bot sich vor unseren Augen. Heute konnten wir nur noch originalgetreue Nachbauten der Baracken begutachten. Verbrennungsöfen mit einer unglaublich ausgefeilten Technik standen vor uns inmitten der Krematorien.

Die Gaskammer (die jedoch nicht zum Einsatz kam)

 

 Die Krematorien mit den Verbrennungsöfen

 

Baracke von außen

Betten in einer Baracke

 

Toiletten in einer Baracke

Die deutsche Gründlichkeit wurde uns mit einem Mal auf so entsetzliche Weise bewusst, dass wir wirklich froh waren, als wir das Gelände wieder verlassen hatten, um letztendlich unsere lange Reise zurück nach Marburg anzutreten.

Verfasser: Jan Müller (Klasse 11 IT 01) -  Fotos: privat


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