Hessisches
Netzwerk Schule & Gesundheit
an den KSM
Seit dem Schuljahr 2003/04 sind die KSM Projektschule im Netzwerk Schule & Gesundheit. In 2 Schuljahren wurden dabei zur Thematik
Training im Konfliktmanagement
Erwerb von Gesprächs- und Beratungskompetenzen
Fortbildungsveranstaltungen mit externen Trainer(innen) angeboten, eine innerkollegiale, kontinuierlich arbeitende Peergroup installiert und die Zusammenarbeit mit anderen (mit vergleichbarer Thematik befassten) Arbeitsgruppen initiiert.
Am 22. März 2005 fand die 4. Fachtagung Schule & Gesundheit – „Schule als Organismus“ in Frankfurt statt. Dabei wurden verschiedene Workshops angeboten und Projektschulen hatten die Gelegenheit, ihre Arbeit zu präsentieren und zu dokumentieren. Auch die KSM war daran beteiligt.

Heidi
Hassebrauck-Friederich (2. v. l.) und Dr. Ilona Ludwig (ganz rechts)
bei der Präsentation. - Foto: privat
Auf 3 Ausstellungswänden skizzierten wir unser Projekt und stellten es im Tagungsband wie folgt vor:
Die KSM sind mit ca. 2 000 Schüler(innen) und 100 Lehrer(innen) eine der größten Schulen in Marburg. Durch die Kombination von Vollzeitangeboten verschiedenster Art und Teilzeitberufschule ergeben sich zwangsläufig unterschiedliche Interessen und Schwerpunktsetzungen, was das Zusammenleben und -arbeiten anbetrifft. Daraus entstehen nicht selten Konflikte und wir geraten in Situationen, die spannungsgeladen sind und die wir nur schlecht aushalten können. So ist es leicht zu verstehen, dass die Themen
„Verbesserung der Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit“
„Erwerb von Gesprächs- und Beratungskompetenzen“
vom Kollegium in den Mittelpunkt des Projektes „Schule & Gesundheit“ gestellt wurden.
Verbesserung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und Erwerb von Gesprächs- und Beratungskompetenzen haben u. a. das Ziel,
eine höhere Arbeitszufriedenheit zu erreichen
Wohlfühlen und Stärkung des Einzelnen innerhalb der Schule zu fördern
die Lern- und Lehrbedingungen zu verbessern
Was ist dann anders?
wir fühlen uns sichererer im Umgang miteinander
wir gehen entspannter aufeinander zu und miteinander um
die Kommunikation fällt insgesamt leichter
wir fühlen uns in schwierigen Gesprächssituationen besser
und können auf „Werkzeuge“ zurückgreifen
unsere Zusammenarbeit gestaltet sich vertrauensvoller
wir gehen toleranter und vorurteilsfreier miteinander um
das wird auch unseren Schüler(innen) auffallen und auf sie „abfärben“
Beschreibung des Projektes
Die Folgen von Auseinandersetzungen und Interessenskonflikten zwischen Lehrer(innen) und Schulleitung, Kolleg(innen) oder Schüler(innen) sind häufig ein „Herunterschlucken“ mit anschließendem Gefühl der Niederlage und der Minderwertigkeit oder ein (verbales) Umsichschlagen, wodurch ebenfalls der Eindruck der Insuffizienz entsteht. Oder der Konflikt wird autoritär beendet, was an der pädagogischen Fähigkeit zweifeln lässt.
Die Kommunikation ist gestört, ein kollegiales, professionelles Zusammenarbeiten zum Nutzen der Schüler(innen) und zum entspannten Umgang im Kollegium und/oder im Unterricht ist anschließend kaum mehr möglich.
Meist werden diese Situationen mit nach Hause genommen, wodurch sich zusätzliche Störungen in anderen, außerschulischen Bereichen ergeben.
Häufig wird die Ursache dieser Konfliktfolgen dem Konflikt an sich und weniger dem eigenen Verhalten innerhalb des Konfliktes zugeschrieben.
Unterschiedliche Intentionen, entgegengesetzte Interessen und Motivationen sind jedoch in einem Zusammenleben verschiedener sozialer Gruppierungen immanent.
Veränderbar ist aber das eigene Verhalten in solchen Situationen.
Dazu gibt es Möglichkeiten, um adäquate Konfliktlösungen für sich zu entwickeln, um Konfliktscheu abzubauen und um die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.
Gespräche/Beratungen in solchen Situationen erfordern die Kenntnis und Beherrschung eines gewissen „Handwerkzeugs“, damit sie ergiebig und konstruktiv sein können.
Die Arbeit hieran ist ein Stück Gesundheitsfindung und Gesunderhaltung. Sie ist Inhalt des Projektes an den KSM.
Das Projekt begann mit dem Schuljahr 2003/04 und wird zum Ende des Schuljahres 2004/05 beendet.
Es besteht aus verschiedenen Bausteinen, die sich untereinander ergänzen und die über das Projektende in den Schulalltag implementiert werden sollen.
1. Bausteingruppe
Workshops und Seminare mit externen Trainer(innen), in denen kommunikative Werkzeuge kennen gelernt, geübt und angewandt werden.
2. Bausteingruppe
Installation einer peergroup, deren Teilnehmer(innen) sich über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung und Anwendung des Gelernten austauschen und die sich gegenseitig unterstützen.
3. Bausteingruppe
Austausch mit anderen Gruppen der KSM, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen, um so ein Netzwerk zu installieren, das für unterschiedliche Probleme die passenden Unterstützungssysteme anbieten kann.
| 1. Bausteingruppe Seminare mit externen Trainer(innen) |
2. Bausteingruppe (schulinterne Treffen der peergroup) |
3. Bausteingruppe (gemeinsame Sitzungen mit anderen Arbeits-/Projektgruppen) |
| 8./9. Oktober 2003 2-tägiges Seminar (Grundlagen und Werkzeuge der Kommunikation, des Konflikterlebens und des Konfliktmanagements. Theorie und Übungen zum „Aktiven Zuhören“, „Ich-Botschaften“ und „Feedback“. Kollegiale Fallberatung) |
26. November 2003 2-stündige Sitzung (Wiederholung/Üben des „aktiven Zuhörens“/kollegiale Fallberatung) |
19. September 2003 gemeinsames Treffen mit der BLK-Gruppe (Mediation) zur Vermeidung von Überschneidungen. |
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29. Januar 2004 |
15. Januar 2004 |
28. September 2004 (siehe 1. Bausteingruppe). Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der BLK-Gruppe durchgeführt. |
| 28.
September 2004 1-tägiges Seminar (Feedback im Lernprozess - Nutzung für Sch. und L.) |
1. April 2004 3-stündige Sitzung (Hilfen zur Verarbeitung von Feedback/Stufen der Konfliktbewältigung/kollegiale Fallberatung)
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25. November 2004 Workshop mit 3 Arbeitsgruppen der KSM, die am Thema „Verbesserung des sozialen Klimas an den KSM“ arbeiten. Austausch über die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte und Arbeitsergebnisse. Grundlagen zum „lösungsorientierten Arbeiten“ und „Appreciative Inquiry“/Übungen dazu. |
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18./19. Februar 2005
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30.
Juni 2004 2,5-stündige Sitzung (kollegiale Fallberatung/Planung der Weiterarbeitung) |
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9. Dezember 2004 Die Sitzung musste auf 2005 verschoben werden. |
Resumee
Die Seminare und Workshops mit externen Trainer(inne)n (1. Bausteingruppe) wurden vom Kollegium der KSM sehr gut angenommen. Es bildete sich ein „harter Kern“ heraus, der regelmäßig an den Fortbildungsveranstaltungen teilnahm und außerdem in peergroup-Treffen die verschiedenen, in den Seminaren kennen gelernten Elemente übte und sicherte.
Die Veranstaltung am 28. September 2004 war geöffnet für die Mitglieder der BLK-Gruppe (Mediation) an den KSM; die Veranstaltung am 18./19. Februar 2005 ist dem gesamten Kollegium der KSM zugänglich (max. 20 Teilnehmer[innen]).
Die Veranstaltungen wurden außerhalb der Schule durchgeführt, die Kosten für Raummiete und Verpflegung (Übernachtungs- und Fahrtkosten für die 1. Veranstaltung) übernahmen die Teilnehmer(innen). Die Referent(inn)en-Honorare wurden größtenteils vom Hessischen Kultusministerium gezahlt.
Für die Zukunft ist geplant, solche Veranstaltungen auch weiterhin dem Kollegium zugänglich zu machen (Implementierung in den Schulalltag).
Die peergroup (2. Bausteingruppe) konstituierte sich aus den Teilnehmer(inne)n der Veranstaltung am 8./9.September 2003. Bei den Sitzungen war die Beteiligung durchgehend konstant. Geleitet wurden die peergroup Veranstaltungen von Frau Dipl.-Psych. Manuela Krahnke, einer Kollegin der KSM. Es wurde von allen Teilnehmer(inne)n als sehr wichtig angesehen, die Inhalte der Workshops zu wiederholen, zu üben und über Erfahrungen, die man damit im Unterricht gemacht hat, sich auszutauschen.
Kosten entstanden dabei meistens nicht; um Unterrichtsausfall zu vermeiden lagen die Sitzungen meist nachmittags oder abends. Die Bestrebungen gehen dahin, dass die peergroup sich autonomisiert und auf Dauer eigenverantwortlich arbeitet (Implementierung in den Schulalltag).
Der Austausch mit anderen Arbeitsgruppen (3. Bausteingruppe) ist dringend notwendig und fruchtbar. Hierbei werden Abgrenzungen deutlich gemacht und Klarheiten geschaffen, die nicht zuletzt dem Kollegium helfen, sich bei den unterschiedlichen Angeboten innerhalb der Schule zurechtzufinden. Wegen der Ähnlichkeit der Thematik können Fortbildungsveranstaltungen gemeinsam durchgeführt werden.
Dr. Ilona Ludwig