Halbzeit in Dubai

Hello and best regards from Dubai!

Jetzt ist schon fast die Hälfte des Praktikums um und es fühlt sich an, als wäre ich erst vor ein paar Tagen angekommen. Ich sende die Mail heute schon, da ich nächste Woche Urlaub habe und Besuch aus Deutschland bekomme.

In den letzten paar Wochen habe ich mich gut in Dubai eingelebt und bin selbstständiger geworden. Ich habe auch schon einige Leute kennen gelernt und etwas mit ihnen unternommen. Mittlerweile fahre ich morgens mit dem Bus und der Metro zur Arbeit. Ein Kollege hat mir deshalb extra eine NOL-Karte besorgt. Das ist eine Art Prepaid-Karte für Bus und Bahn. Man muss diese Karte beim Ein- und Aussteigen immer vor einen Sensor im Bus oder Metro halten und so wird automatisch der richtige Betrag für diese Fahrt abgebucht.

Da das Metro-Netz hier sehr übersichtlich ist, fällt es mir ausnahmsweise mal nicht schwer mich diesbezüglich zu orientieren. Aber oft muss ich nach einer Metro-Fahrt noch das Taxi nehmen, um an mein Ziel zu kommen (z. B. Strand, oder um Freunde zu besuchen), was etwas unglücklich ist, denn weite Wege kann man bei mehr als 40 Grad nur sehr beschwerlich zurücklegen.

Im Büro habe ich anfangs viele Einweisungen bekommen (die ich natürlich alle fleißig mitschrieb) um später auch selbstständig mitarbeiten zu können (z. B. in der Logistik oder im Marketing). Mir wurden alle Abläufe genau erklärt, wie ich Rechnungen schreibe, wie ich Akkreditive bearbeite und wie ich mich für die richtigen Incoterms und Zahlungsbedingungen entscheide. Ich habe aber auch bei der Planung eines neuen Showrooms mitgeholfen und habe diesbezüglich zwischen einer deutschen Partnerfirma und Viessmann Middle East vermittelt. Außerdem mache ich regelmäßig den Telefondienst, wenn Kollegen in Meetings, im Urlaub oder auf Geschäftsreisen sind. Das ist manchmal nicht ganz einfach, da die Gesprächspartner teilweise sehr stark ausgeprägte Akzente haben und somit nur schwer zu verstehen sind.

Zu Beginn meines Praktikums fiel es mir schwer den Akzent mancher Mitarbeiter richtig zu verstehen aufgrund der verschiedenen Herkünfte, aber das ist alles eine Gewöhnungssache und nach einiger Zeit klappt auch das. An die Akzente der Menschen am Telefon kann ich mich aber nur schwer gewöhnen. Das Arbeiten macht hier richtig Spaß, die Kollegen sind alle sehr nett und stets hilfsbereit. Zu dieser Freude an der Arbeit  trägt natürlich auch der unglaubliche Ausblick aus dem Büro bei.

Das anfängliche Laptop-Problem wurde nun auch gelöst bzw. umgangen. Da immer einer der Kollegen Urlaub hat, im Lager oder auf Geschäftsreise ist, wechsle ich wöchentlich meinen Arbeitsplatz. Ich finde das aber gar nicht schlimm, da ich so jede Woche jemand anderem gegenüber sitze. So lerne ich nicht nur einen Teil, sondern fast alle Kollegen im Büro besser kennen.

In den letzten Wochen fand der Fastenmonat Ramadan statt, was man deutlich gemerkt hat, da die Straßen leerer wurden. Die Taxen haben mich sogar angehupt, als ich an ihnen vorbei lief, weil sie nichts zu tun hatten und mich fahren wollten. Die Arbeitszeiten während des Ramadan wurden = verkürzt, man darf nicht öffentlich essen oder trinken, solang die Sonne scheint und es dreht sich alles um das Fasten und Beten. Entsprechend gibt es z. B. in Malls oder Restaurants tagsüber alles nur „to go“ (was dann zu Hause verzehrt werden muss).

Sobald die Sonne untergegangen ist gibt es das Iftar-Essen und alles öffnet wieder (ca. 19:15 Uhr). Zu dieser Zeit ist öffentliches essen und trinken erlaubt und die Straßen und Malls sind wieder voll von Menschen. Während Ramadan habe ich meine Freizeit hauptsächlich am Strand „Jumeirah- Beach“, Kite-Beach, JBR-Beach oder am hoteleigenen Pool verbracht. Außerdem habe ich auch oft den Fitnessraum im Hotel genutzt. Abends hab ich mich dann oft mit Freunden in Malls getroffen. Außerdem war ich mit meinen Kolleginnen aus dem Büro zweimal bei einem Iftar-Buffet. (Ich habe noch nie so ein großes  Buffet gesehen.)

Ich durfte auch Bianca und ihre Freunde kennen lernen. Sie ist eine ehemalige Viessmann-Mitarbeiterin und lebt nun schon seit 10 Jahren hier in Dubai. Sie hilft nahezu jedem Praktikanten den Start hier so leicht wie möglich zu machen. Und wir haben einiges unternommen. (Ich habe absolut keine Möglichkeit Langeweile zu bekommen – was nur positiv ist! ).

Gegen Ende des Ramadan ist meine Kollegin Tuba (von Viessmann Hof) leider wieder zurück nach Deutschland gereist, sie hat mir hier den Einstieg ebenfalls sehr erleichtert und viel mit mir unternommen.

In nächster Zeit erwarte ich (wie oben angekündigt) noch zweimal Besuch aus Deutschland. Für diese Zeit  habe ich einen „Sightseeing-Marathon“ geplant. In der nächsten und letzten Mail werde ich dann darüber berichten, was wir alles gesehen und erlebt haben.

Ich kann kaum glauben, dass jetzt schon 5 Wochen um sind. Die Zeit vergeht hier in Dubai wie im Flug und die Gelassenheit und Offenheit der Menschen ist einfach ansteckend. Man fühlt sich sehr schnell dazugehörig, weil man hier nicht komisch angesehen wird, wenn man z. B. woanders herkommt oder sich anders kleidet als die Einheimischen. Weil fast alle Menschen, die hier leben in einem anderen Land geboren und aufgewachsen sind. Jeder hier ist immer freundlich und hilfsbereit und das hat es mir leicht gemacht mich hier wohl zu fühlen mich schnell einzuleben und diverse Ängste zu nehmen.

Bis in 6 Wochen (die bestimmt nochmal richtig ereignisreich werden)!

Bueroblick- Silicon Oasis

 

 

 

 

 

Jumeirah Beach_ Blick auf Burj Al Arab
 

 

 

 

 

 

 

 

Dubai Fountains

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fotos zeigen den Blick aus dem Büro, auf den Strand und die Dubai Fountains

Luisa Glade
Auszubildende bei Viessmann Werke GmbH & Co. KG,
Allendorf (Eder)
Dubai, 16.07.2015